Jahresliste 2009

Posted: Januar 24th, 2010 | Author: Daniel | Filed under: Filme | 1 Comment »

Freunde,

seit Monaten gabe es keinen Eintrag mehr in meinem “Hauptblog”. Neben anderen zeitraubenden Dingen wie Arbeit und Hausbau trug dazu auch bei, das ich, immer schön der Losung “Datensicherung ist was für Weicheier” folgend, mein Filmtagebuch vor einiger Zeit verloren habe. Traurig, aber nicht zu ändern…

Wenigstens eine filmische Jahresübersicht möchte ich hier präsentieren. Berücksichtigt habe ich alle in 2009 geschauten Filme (abgesehen von Avatar, den ich erst Anfang Januar geshen habe):

Schön dramatisch in umgekehrter Reihenfolge…

Top 10 Filme des Jahres

Platz 10: Adventureland

Schöne Coming-Of-Age-Komödie mit sypathischen Charakteren und fast ohne Holzhammer-Humor 8/10

Platz 9: Avatar

Was wurde und wird sich immer noch über die schwache Story des Monster-Blockbusters beschwert. Hey, wenn ich auf der Suche nach etwas Tiefgründigem bin, geh ich ins Arthouse-Kino. Avatar hingegen hat eine einfache, aber sicher nicht schlechte Geschichte, langweilt trotz seiner Länge zu keinem Zeitpunkt und ist genau das, was man von ihm erwartet hat: ein technisches Meisterwerk! 9/10

Platz 8: Slumdog Millionaire

9/10

Platz 7: The Burning Plain

Regiedebüt von Guillermo Arriaga, dem Drehbuchautor der Iñárritu-Episodenfilm-Dreifaltigkeit Amores Perros, 21 Gramm und Babel. The Burning  Plain ist sensationell atmosphärisch und steht den Genannten in nichts nach. 9/10

Platz 6: Into The Wild

9/10

Platz 5: Inglorious Basterds

Tarantino enttäuscht nicht und liefert seinen besten Film seit meinem All-Time-Favourite Pulp Fiction ab! 9/10

Platz 4: The Visitor (Ein Sommer in New York)

Ruhiges Drama mit einem herausragenden Richard Jenkins. 9/10

Platz 3: The Hurt Locker (Tödliches Kommando)

Beim besten Actionfilm des Jahres führte eine Frau Regie. Kathryn Bigelows Bombenentschärfungs-Action-Drama hat eine unglaublich dichte Atmosphäre! 9/10

Platz 2: (500) Days of Summer

Dieser Film hat kein echtes Happy End. Das ist kein Spoiler, sondern wird dem genigten Zuschauer gleich mitgeteilt. Davon abgesehen aber das lockerleichte Feel-Good-Movie des Jahres. 9/10

Platz 1: The Wrestler

10/10

Lobende Erwähnungen:

Diese Filme haben’s nicht in die Top10 geschafft, sollen aber nicht unerwähnt bleiben.

  • The Boat That Rocked 8/10
  • Vicky Cristina Barcelona 8/10
  • Away We Go 8/10
  • Chiko 8/10
  • Der fremde Sohn 8/10
  • Machtlos 8/10
  • Die Fälscher 8/10
  • The Illusionist 8/10
  • Star Trek 8/10
  • District 9 8/10
  • Rachels Hochzeit 8/10
  • Glaubensfrage 8/10
  • Frost/Nixon 8/10

Die Gurken des Jahres:

  • Bangkok Dangerous 1/10
  • 7 Leben: Was für eine beknackte Pseudo-Gutmenschen-Story, mir kommt’s grad schon wieder hoch, wenn ich nur dran denke! 2/10
  • So Finster die Nacht: Der skandinavische Beitrag zum Vampir-Hype (auch wenn sich der Film slebst sicher nicht so versteht) ist brutal schlecht! 2/10
  • Eagle Eye 2/10
  • Außer Konkurrenz, weil nach ca. halber Spielzeit abgeschaltet: Er steht einfach nicht auf Dich. Der Titel hätte abschreckend genug sein müssen, Hoffnung auf eine hinnehmbare seichte Komödie hatte ich wegen des Casts (bspw. Scarlett!). Ne, ne, ging gar nicht!

Die größten Enttäuschungen:

Filme, die trotz großer Namen und/oder Vorschusslorbeeren nicht begeistern konnten.

  • Terminator Salvation: Trotz der mäßigen bis schlechten Kritiken hatte ich auf eine erträgliche Materialschlacht gehofft. Aber nein, dieser Film ist seines großen Namens nicht würdig, hat mit seinen Ahnen außer den bekannten Blech-Robotern und ein paar Namen nichts zu tun. Außer einem herausragenden Sound kann der wirklich nichts.  2/10
  • The Limits of Control: Jarmusch hat seine Drogen gewechselt, das bekommt ihm und seinem neuen Film nicht gut. Für die einen ist es Kunst, für mich zum größten Teil Scheiße! 3/10
  • The Hangover: Zwar kein Reinfall, aber eben nur ein durchschnittliche Komödie und hier aufgeführt, weil meine Erwartungen an die laut diversen Kritiken beste Komödie seit Jahren dann doch ziemlich enttäuscht wurden. 5/10

Top 5 Serien des Jahres:

  • Platz 1: The Shield (Seasons 5-7)
  • Platz 2: Sons of Anarchy (Seasons 1-2)
  • Platz 3: Entourage (Seasons 1-6)
  • Platz 4: Californication (Season 3)
  • Platz 5: Hung (Season 1)

Ausblick

Abschließend noch drei der Filme, auf die ich mich im Kinojahr 2010 besonders freue:

Up In The Air

Mit überschwenglichen Kritiken, Nominierungen und Filmpreisen zugeschissenes Werk von Jason Reitman, seines Zeichens Regisseur von Juno, meinen Lieblingsfilm 2008.

Iron Man 2

Neben Chrstopher Nolans Batman-Filmen und dem eher untypischen Sin City ist Iron Man für mich die beste Comicverfilmung überhaupt. Für Teil 2 kommen noch  Mickey Rourke als Bösewicht und Permium-Torte Scarlett dazu. Das muss gut werden!

Inception

Apropos Chris Nolan: Von seinem neuen Film weiß man noch nicht viel.  Mit einem monströsen Budget ausgestattet und nicht an ein Franchise wie Batman gebunden, könnte der junge Mann, dem wir ja auch den genialen Memento zu verdanken haben, etwas Großes raushauen.

In diesem Sinne!

Daniel


D: It is written

Posted: Juli 26th, 2009 | Author: Daniel | Filed under: Filme | 1 Comment »

Mit Slumdog Millionaire und The Wrestler sind beim heutigen Eintrag gleich zwei meiner Lieblingsfilme des Jahres vertreten. Der Rest fällt da im Vergleich etwas ab, aber ohne durschschnittliche Kost wüsste man die Highlights weniger zu schätzen, oder?

Disturbia: Sällemols, vor dem Kinostart von Disturbia hatte ich den Trailer einige Male gesehen und dabei das ungute Gefühl, den ganzen Plot im Schnelldurchlauf serviert zu bekommen. So war’s dann auch. Die große Frage, um die sich eigentlich drehen sollte, lautet: “Ist mein Nachbar wirklich ein Killer?” Darüberhinaus ist der Film seicht und mit selten blöder Drumherum-Geschichte, aber ab und zu doch halbwegs ansehnlich und im knackig kurzen Finale auch spannend. 4/10

Kingpin: Eine Bowling-Kultkomödie, aber nicht für mich. Die fiesen Frisuren der Hauptdarsteller sind da wirklich noch das Highlight. Dafür gibt’s kaum zündende Gags. Der einzig wahre Bowling-Film bleibt The Big Lebowski. Das nenn ich nämlich Humor, Dude! 3/10

Jungfrau (40), männlich sucht: Ganz gefällige, wenn auch natürlich belanglose Story und sympathische Charaktere. Außerdem mag ich Steve Carell. Trotzdem könnt’s auch hier mehr zündende Gags geben. Nach dem wirklich gelungenen “Beim ersten Mal” hatte ich mir jedenfalls mehr erwartet. Im direkten Vergleich zu fast jeder anderen in diesem Jahr gesehenen US-Blödelkomödie stinkt The 40 year old Virgin dann doch ab. 4/10

Crank 2 – High Voltage: Krank! Wer hätte das gedacht? Wie zu befürchten war, wirkt der zweite Teil nicht mehr so frisch, man ist als Kenner des Vorgängers ja auch schon Einiges gewohnt. Vor allem die optischen Spielereien. Nicht in diesem Maße gewohnt war ich aber die netten Anspielungen auf Filmklassiker (ich sag nur: Godzilla-Kampf) bzw. die Medienkultur (okay, Google Earth gab’s auch schon in Teil 1) Die deutsche Synchro ist mir hingegen negativ aufgefallen. Und ein, zwei Szenen hätt ich nicht wirklich gebraucht (ich sag nur: Brustwarzen) 6/10

The Wrestler: Dieses Mal verzichtet Darren Aronofsky auf den visuellen Overkill, der bei seinem Vorgänger-Meisterwerk The Fountain noch eins der wichtigsten (und besten) Elemente war und legt vor allem Wert auf seine Schauspieler. Bei Mickey Rourke – den man als die perfekte Besetzung bezeichnen kann – zahlt sich das auch mehr als aus. Er spielt den alternenden Wrestler The Ram, der zwanzig Jahre nach seinem größten Kampf immer noch Publikumsliebling in den wesentlich kleiner gewordenen Hallen ist. Nur mit einem Job im Supermarkt kann er sich über Wasser halten, hat mit dem Älterwerden und allem, was damit verbunden ist, zu schaffen. Was macht The Wrestler so genial? Ich kann es nicht genau sagen. Aber die Geschichte fühlt sich einfach echt an, mit schönen, dramatischen und auf ihre Weise magischen Momenten. Kleine Notiz zu meiner Wertung: Mit einem Durschnitt von 9,67 nach drei Filmen (Requiem for a Dream (9), The Fountain (10) und jetzt The Wrestler) darf ich Mr. Aronofsky wohl als meinen Lieblingsregisseur bezeichnen. Ich lad ihn mal zu meiner Preisverleihung ein. Aber das nur so nebenbei. Jetzt noch mal ein imaginärer Trommelwirbel für die Zahl am Ende: 10/10

Twilight:
Gar nicht mal so schlecht, der Vampir-Kitsch, wenn man sich mit dem Trash bei Story, Effekten und auch Darstellern (ich mein jetzt nicht unbedingt das Hauptdarsteller-Pärchen) abfinden kann. Trash muss ja nicht immer schlecht sein. Hier hat beispielsweise die eigenwillige Optik schon ihren Reiz. Sehr süffiges Popcornkino, von dem ich auch gerne die weiteren Teile anschauen werde. 6/10

Underworld – Rise of the Lycans:
Mit einer möglichst billigen Produktion – ein Wald, ein (wohl größtenteils computergeneriertes) Schloss fast immer bei Nacht als Setting sowie richtig schlecht animierten Werwölfen und sonstigen Effekten – das Maximum aus dem Markennamen rausschlagen: Dafür bietet sich ein Prequel, das die Vorgeschichte der Underworld-Filme erzählen soll, geradezu an. Schließlich kann man da auf zu teuer gewordende Schauspieler (in diesem Fall wohl Kate Beckinsale und mit ihr dann auch Regisseur und Ehegatte Les Wiseman) verzichten. Verzichtet wird aber auch auf eine halbwegs interessante Geschichte; die “Romanze” ist in den schlimmsten Momenten sogar bestes Fremdschäm-Material. Von Zuckerschnitte Rhona Mitra sieht man zu wenig, als dass sie das Ganze aufwerten könnte, Bill Nighy kann mit seiner Präsenz wenigstens den Totalausfall verhindern. 2/10

Slumdog Millionaire: Das fast ausschließlich mit indischen Schauspielern besetzete Drama um einen in den Slums von Mumbai aufgewachsenen Teeschubser, der beim indischen “Wer wird Millionär” groß raus kommt, wurde dieses Jahr neben vielen anderen Preisen mit dem Oscar in der Kategorie “bester Film” bedacht. Geschickt in Rückblenden inszeniert erzählt unser Quizkandidat Jamal der wegen Betrugsverdacht eingeschalteten Polizei, wie er die Antwort auf jede einzelne der Fragen wissen konnte. Und somit seine Lebensgeschichte. Dabei, das wird schnell klar, geht es vor allem um die Hassliebe zu seinem Bruder und noch mehr um – natürlich – ein Mädsche. Ich als harter Mann kann das sagen: Der Film ist berührend, oft am Rande zum Kitsch. Aber eines vor allem: ein audiovisueller Überflieger, sehr guter Sound und perfekte(!) Optik. Das kann er, unser Herr Boyle (Trainspotting, 28 Days Later, Sunshine). Vergessen wird  beim Abspann auch nicht die Tanzeinlage – als Referenz ans Bollywood-Kino – in dem sonst aber “westlichen” Spitzenfilm. 9/10

Wolverine: Nettes Effektkino ohne die großen Momente und auch ohne Besonderheiten, wie sie zum Beispiel der unlängst gesehene Watchmen noch hatte und die einen “eher durchschnittlichen” von einem “eher guten” Comic-Actioner unterscheiden. Zwar dreht sich die Geschichte verständlicherweise (weil titelgebend) um die “Entstehung” Wolverines, trotzdem wäre es schön gewesen, wenn andere Mutanten, die in der X-Men-Filmreihe vorher noch nicht auftauchten, etwas mehr Zeit eingeräumt bekommen hätten. Randbemerkung: die Opening Credits sind spitze! 6/10

Operation Walküre: In der Originalfassung sprechen die Deutschen englisch. Klar, ist ja ein US-Film. Trotzdem drückt das etwas die eigentlich gute Atmosphäre des Tom Cruise-Films, der ja schon lange Zeit vor der Premiere durch sein Thema, das Stauffenberg-Attentat, und den Dreharbeiten in Deutschland groß in der Presse war. Das nicht gerade kleine Budget merkt man der Ausstattung durchaus an, was der Atmosphäre dienlich ist. Dialoglastig und mit viel weniger (fast gar keiner) Action als ich erwartet hatte, meist sehr spannend. Tom Cruise ist halt Tom Cruise, ich kann ihn auch nicht leiden. Trotzdem: 7/10


Rumspringa!

Posted: Juli 20th, 2009 | Author: Daniel | Filed under: Filme | No Comments »

Ohne große Einleitung kommt der nächste Schwung meiner Worte zu den bewegten Bildern. Auf dem Zeitstrahl hole ich mit diesem vierten Eintrag im Juli immer weiter ins Hier und Jetzt auf. Die unten stehenden Filme dürften grob aus den Monaten März und April sein. Ich wünsche weiterhin viel Spaß damit :)


Anderland:
Skandinavische Filme sind anders. Der in Island gedrehte Anderland ist so anders, dass ich im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern, die es in meinen Player schaffen, nicht so viel anfangen konnte. Zu schräg, zu “langsam”. 3/10

Entourage – Season 1: Angefixt wurde ich durch zwei Episoden, die ich auf einem US-Inlandsflug im letzten Urlaub gesehen hatte (sällemols war gerade die fünfte Season angelaufen). Season 1 mit ihren lediglich acht jeweils unter 30minütigen Episoden war dann auch schnell verschlungen. Sehr amüsant und mit sehr vielen Gaststars gepimpt ist die Geschichte um das Party- und Liebes-Leben des Hollywood-Newcomers Vincent Chase, seinen Kumpels und seinem Manager Ari Gold. 8/10

Sex Drive (Spezialversion): Vor dem eigentlichen Start bekommt man als Zuschauer noch (nicht unamüsante) Warnungen, sich doch bitte erst die Kinofassung anzuschauen. Schon da ist abzusehen, wohin das ganze geht: Nonsense-Blödelei auf ebenso niedrigem wie spaßigem Niveau. Die Gagdichte stimmt, die Figuren sind schön schräg. Vor einigen Jahren – sällemols – als ich noch im vermeintlichen Kernzielgruppenalter solcher Blödeleien war, hätte ich mich aus Prinzip nicht so gut amüsieren können wie jetzt. Irgendwie komisch. 7/10

Crank (Director’s Cut): Style over Substance. Nutzt sich dann doch ziemlich ab bei der mittlerweile dritten Sichtung. Ich freu mich aber trotzdem auf den zweiten Teil, hoffentlich im Kino. 6/10

Ein einziger Augenblick: Drama um die Familie eines Jungen, der von einem Auto erfasst und getötet wird und um den Fahrer des Unfallfahrzeugs, der Fahrerflucht begeht. Wie gehen Mutter und Vater mit Verlust um? Wie geht es für den Fahrer weiter? Nicht wertend, sondern beobachtend wird erzählt, ruhig und subtil. Sehenswert, wenn auch nicht frei von Klischees. 7/10

Abbitte: Eine beginnende heimliche Romanze zwischen gescheitem Dienstburschen und Upper Class-Mädel wird von deren pubertierenden und neidischen Schwester sabotiert. Eifersuchts-Schnulze hört sich ja erst mal nicht gut an. Aber dank der Ansiedlung zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts und der wirklich gut gelungegen Ausstattung wurde ich reingezogen. 7/10

Chiko:
Denis Moschitto spielt den namensgebenden Kleinkriminellen Chiko, der sich Dorgengeschäft nach oben arbeitet – mit reichlich Konfliktpotenzial. Beeindruckendes, hartes und brutales Gangsterdrama aus deutschen Landen, das ständig an die Grenze zum Klischeehaften stößt, diese aber nicht übertritt. Macht einen sehr authentischen Eindruck, soweit ich das beurteilen kann. 8/10

Entourage – Season 2: Die zweite Staffel hatte ich ebenfalls ratzefatze durch, auch wenn sich die Episodenanzahl gegenüber Season 1 verdoppelt hat. Spätestens mit der zweiten Season hat die Figur des Ari Gold, seines Zeichens Manager des Hauptcharakters, für mich Kultstatus erreicht. Allein schon wegen ihm lohnt sich die Serie. Allgemein ist Entourage eine Feel-Good-Show, die einfach gut reinläuft. Kleine Nebenbemerkung: Season 3 läuft schon auf meinem Schirm und eine Episode zu Beginn mal aus Versehen in der deutschen Synchronisation. Und sie ist furchtbar! Auch wenn ich vielleicht nur die Hälfte der Gags mitbekomme: Entourage ist für mich die zweite Serie nach den Sopranos, die aufgrund der schlechten Synchro nur im O-Ton geht! 8/10

There Will Be Blood: In (den sehr vielen) guten Momenten ist das hauptsächlich in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderst spielende Drama um einen von Daniel Day-Lewis gespielten “Öl-Mann” so fesselnd wie kaum ein anderer Film in letzter Zeit. Besonders immer dann, wenn unser geschätzter und über alle Maßen hinaus gelobter Mr. Day-Lewis seine Solos zum Besten gibt. Der Kerle kann’s einfach, er spielt seine Rolle nicht, er IST diese Person. Daraus ergibt sich, dass alle anderen etwas größeren Rollen negativ, entweder durch übertriebenes oder zu unauffälliges Spiel auffallen. Außerdem ist der Score sicher nicht Jedermanns Sache – meine jedenfalls nicht.  7/10

Der fremde Sohn: Apropos Atmosphäre. Dass der 20er-Jahre-Style des Eastwood-Krimis ordentlich Kohle gekostet haben muss, sieht man schon allein an der in den Abspann übergehende Einstellung, die einen Straßenblock im früheren LA zeigt. Sagenhaft gut gemacht. Zum Kracher braucht’s aber natürlich noch viel mehr eine spannende Geschichte, die ich hiermit ebenfalss bescheinige, wenn auch die Charaktere zu deutlich in Gut und Böse aufgeteilt sind. 8/10


Es muss auch ohne Verlinkungen gehen!

Posted: Juli 13th, 2009 | Author: Daniel | Filed under: Filme | No Comments »

Früher, sällemlos, als ich noch jung war, hab ich mir die Mühe gemacht, jeden Filmtitel und jeden Namen in meinen Blogeinträgen mit dem IMDb-Link auszustatten. Das lass ich aus Zeit- und Kostengründen jetzt einfach mal sein. Bisher hat sich noch keiner beschwert… und es ist ja auch nicht so schwer, auf IMDb.com den Titel oder Namen einzugeben, falls tatsächlich mal was von besonderem Interesse sein sollte. Hab ich mir so gedacht. Jedenfalls… heiter geht’s weiter!

Reine Chefsache
: Karriereknicke und -enden, gestartete und gescheiterte Beziehungen und all das Zeug: alles nicht so tragisch, könnte man sich beim Anschauen dieser seichten Komödie denken, die all die Themen bemerkenswert schnell und beiläufig abhandelt und außer Scarlett nichts Erwähnenswertes zu bieten hat. Wenn ich anderswo Aufwertungen um einen Punkt durch Schauspieler(innen) begründe, so sind es bei Frau Johansson gleich zwei. Mindestsens ;) 4/10

Punisher – War Zone: Thomas Jane, Punisher-Darsteller des Vorgängers, hatte wohl zu viel Geld verlangt. Oder ihm war das Skript zu schlecht. Oder beides. Wie auch immer, der neue Punisher ist durch und durch ein B-Movie, eben auch durch den neuen Punisher, Legionär aus Rome. Die Geschichte ist nicht der Rede wert, die Action dreckig und direkt, hat irgendwo einen gewissen Unterhaltungswert. 3/10

Watchmen: Die etwas andere Comicverfilmung, könnte man sagen. Andererseits ist ja jede Comicverfilmung etwas anders, gelle? Bei den Watchmen, deren Comicvorlage mir vorher mal wieder gänzlich unbekannt war kann man unter “anders” folgende Punkte anführen: Gut gemachte Erzählstruktur (beleuchtet in Rückblenden geschickt den Hintergrund der Superheldentruppe), düstere und sehr stylishe Optik (das kann er, unser Zack Snyder) “menschliche” Helden (mit einer Ausnahme) mit menschlichen Fehleren (ohne Ausnahme), mächtige Überlänge. 7/10

Der Baader-Meinhof-Komplex: Und wieder mal oscanominierte deutschtes Zeitgeschehen. Tadellos inszeniert gibt das Drama um die Köpfe der ersten RAF-Generation einen interessanten Einblick in ein Stück deutscher Geschichte, von dem ich nicht wirklich viel wusste bisher. Spannender und besser kann Geschichtsunterricht wohl kaum sein. 7/10

Walk the Line: Das Johnny Cash-Biopic ist gut inszeniert und ausgestattet. Bis auf wenige Ausnahmen (die Szene im Tonstudio fand ich klasse) fehlen aber die “großen” Momente, die solche Geschichten meiner Meinung nach haben sollten – es geht ja schließlich auch um große Menschen. Außerdem wird es mir immer ein Rätsel bleiben wie die zwar konkurrenzlos “herzig” guckende, sonst aber nicht erwähnenswerte Reese Witherspoon Preise für ihre Rolle hat bekommen können. 5/10

Machtlos: Dank durchwachsener filmstarts.de-Kritik war meine Erwartung nicht wirklich hoch. Umso positiver war ich überrascht, wie mich die (schon vom Thema interessant klingende) Geschichte um einen integriert in den USA lebenden Ägypter, der nach einem Terroranschlag in Ägypten (zu unrecht?) in den Fokus der ermittelnden Geheimdienste kommt, gepackt hat. Bemerkenswert ist die Charakterzeichnung: Innerhalb jeweils weniger Szenen wird vermittelt, wie die Charaktere “ticken” und was von ihnen zu erwarten ist. Außerdem hat mich das extrem geschickte Spiel mit den Zeitebenen beeindruckt. Um zu verstehen, was ich meine, muss man den Film gesehen haben. Muss man aber auch so. Anschauen! 8/10

Walking Tall: One-Man-Action mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle. Aus der Zeit, als sich das Muskelpaket noch als The Rock in den Credits hat listen lassen. Johnny Knoxville als Sidekick. Eine Story so flach wie die Rheinebene. Der Inbegriff eines Direct-To-Disc-B-Movie. Nix für mich! 2/10

Breaking and Entering: Hätte ein großes Beziehungsdrama werden können. Aber statt großer Momente gibt’s nur jede Menge Gelaber. Man hat das Gefühl, dass zwischen den Charakteren bzw. den Darstellern jegliche Chemie fehlt. So ist das alles zwar nett anzuschauen, mehr aber nicht. 5/10

Bangkok Dangerous: Klar kann man von solch mittelmäßigen bis unterdurchschnittlichen Actionthrillerchen unterhalten werden, wenn man in der Lage ist, über gewisse Details hinwegzusehen. An jenem Abend gelang mir das aber ganz und gar nicht. Und so haben die blöde Fratze von Nic Cage in der Rolle des Auftragkillers, der plötzlich zwischenmenschliche Beziehungen und Gewissensbisse für sich entdeckt, als auch die unglaublich bescheurte Lovestory (mit dem IMMER gleichen Klaviergeklimper im Hintergrund) meinen Geduldsfaden zum Reißen gebracht. Die vielleich tatsächlich vorhandenen guten Momente sind in meiner Erinnerung nicht mehr vorhanden und ich vergebe neben dem Orden für die mit Abstand größte Gurke des Jahres deshalb mal fröhlich 1/10

Walk Hard – Die Dewey Cox Story: Mindestens die Hälfte der Gags dieser Musikerbiografie-Parodie bezieht sich auf den (zum Glück erst frisch gesehenen) Walk the Line. Die andere Hälte vermutlich auf Ray, den ich aber noch nicht gesehen habe. Mit diesen Vorkenntnissen lässt es sich jedenfalls deutlich besser über die größtenteils einfachen, oft dünnen Gags lachen. Durchaus okay. 5/10


Und weiter geht die Aufholjagd

Posted: Juli 7th, 2009 | Author: Daniel | Filed under: Filme | No Comments »

Jede Menge hab ich noch zu sagen, möchte Euch entführen in die Höhen und Niederungen meines Daseins als Filmfan, möchte nicht mehr ruhen, bevor die ganze Wahrheit gesprochen ist. Jedenfalls… weiter im Takt:

Der seltsame Fall des Benjamin Button:
Der mit Oscarnominierungen zugeschissene Fincher-Film ging bei der Verleihung doch relativ leer aus. Aufwendige Ausstattung und Maske sowie die Grundidee mit dem immer jünger werdenen Menschen (Gruß an Herrn Fitzgerald) sind die großen Pluspunkte. Auf der anderen Seite hätte es ne halbe Stunde kürzer auch getan, so hätte man sich beispielsweise einiger zu(!) kitschiger Szenen entledigen können. Die Schauspieler glänzen fast alle mehr mit ihrem Namen, als mit ihrer Leistung. Kurz gesagt: recht ordentliche Big-Budget-Unterhaltung. 6/10

All The Boys Love Mandy Lane:
Durchaus kurzweiliger Teenie-Horror-Film, der vom Aufbau und der Geschichte her absolut nichts Neues bietet, auch der angeblich so große Plottwist zum Ende ist da nicht erwähnenswert. Was Mandy Lane über den Durchschnitt und in für einen Film dieses Genres in fast schon maximale Wertungshöhen hebt, ist die sehr sehr nette Optik (auch die der Hauptdarstellerin ;) ).   6/10

Angriff der Killertomaten: Die Mutter aller Trashfilme, einfach nur sauschlecht, das aber natürlich gewollt. Viele Szenen, die als witzig-trashig gedacht sind, zünden auch nicht (mehr) wirklich. Muss man aber, wie ich finde, mal gesehen haben (und auch von zeit zu Zeit wieder schauen). 2/10

Die Fälscher: Aufarbeitung dunkler deutscher Geschichte wird bei den Oscars gerne berücksichtig. Das österreichische Drama um KZ-Insassen, die sich durch ihr Geschick bei der Blütenherstellung bessere Lebensbedingungen “erkaufen”, wurde 2008 als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. “Interessante” Geschichte, sehr gut erzählt! 8/10

We feed the world: Die Dokumentation über fragwürdige Lebensmittelherstellung und -konsum ist in guten Momenten zwar das, was sie sein will: aufrüttelnd. Für ein positiven Gesamteindruck feht mir aber der Zusammenhang zwischen den einzelnen “Episoden”, sowie etwas mehr Kommentare zu den Bildern, auch wenn Letzteres sicher ein gewolltes Stilmittel ist. 4/10

Into the Wild: Regisseur Sean Penn erzählt die (wahre) Geschichte des jungen Aussteigers Christopher McCandless und dessen erlebnisreichen Weg durch den Westen der USA bis nach Alaska. Die zweieinhalb Stunden Film sind überhaupt nicht zu lange, sondern wunderschön gefilmt, mit vielen Rückblenden stimmig erzählt und mit einem absoluten Hammer-Soundtrack (Gruß ans Vedders ihrn Eddie) unterlegt. Hauptdarsteller Emile Hirsch überzeugt ebenso wie die teils namhaften Schauspieler in kleineren Rollen. Macht zusammen den zu diesem Zeitpunkt unangefochtenen Spitzenplatz in meiner Jahresliste :-) 9/10

Deadwood – Staffel 3: Sehr gute dritte (und leider auch letzte) Staffel der HBO-Western-Serie. Das Ende ist unbefriedigend offen, weil ursprünglich noch zwei weitere Staffeln geplant waren. Vielleicht waren es die immer mehr werdenden Handlungsstränge und Charaktere, denen man sehr aufmerksam und Folge für Folge folgen :-) musste, um nicht den Faden zu verlieren, die Deadwood zu komplex für und “unrentabel” für eine Weiterführung gemacht haben. Alles Spekulation, nach den Gründen für das Serienende habe ich nicht nachgeforscht. Schade, aber die gute Erinnerung bleibt. 8/10 Kleine Randnotiz: Nach Six Feet Under ist Deadwood erst die zweite Serie, die ich von der ersten bis zur letzten Folge geschaut habe.

Zack and Miri Make a Porno:
Durchaus spaßiges Filmchen über die WG-Gefährten Zack and Miri, die um ihre Miete zu bezahlen auf ganz tolle Ideen kommen. Der Mix aus sympathischen Darstellern, Situations- und Dialogkomik macht’s! 6/10 mit Sternchen

Eagle Eye: Trotz Shia LaBeouf in der Hauptrolle hatte ich zu Beginn noch die Hoffnung, dass Eagle Eye ein spannender Terrorismus-Thriller werden könnte. Die Story wird aber über die Laufzeit immer schlechter, die Auflösung, wer bzw. was das Böse ist und der Kampf gegen das böse ist selten bescheuert konstruiert. Vergeudete Zeit! 2/10

39,90: Vor einigen Jahren war ich von der Vorlage dieser Buchverfilmung schon recht begeistert. Auch der (typisch französisch) schräge Film über den Werbefachmann Octave in der Lebenskrise lässt sich gut anschauen, wenn man auf eine geordnete Erzählweise keinen Wert legt. Bunt und wild, manchmal zu viel des Guten! 6/10


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